Ein Grünes Klassenzimmer der Ludwig-Beck-Schule

Ein Grünes Klassenzimmer der Ludwig-Beck-Schule

Die Ludwig-Beck-Schule ist eine Grundschule auf dem Wiesbadener Gräselberg. Der Ort, von dem ich hier spreche, ist ein geschützt liegender Innenhof – unser sogenanntes Atrium. Vor ca. 4 Jahren wurde das Atrium im Rahmen der Aktion "Wiesbaden engagiert" entsiegelt, wobei viele ehrenamtliche Helfer eine Menge Bodenkacheln entfernt haben. Die Brachfläche wurde geschwind mit einem grünen Teppich belegt – Rollrasen, strapazierfähig und mähtauglich. Anschließend wurden Hochbeete besorgt, die freundlicherweise von Helfern im Innenhof aufgestellt wurden. Alles eine Wahnsinnsarbeit. Jede Schulklasse bekam genau ein Beet: unser Grünes Klassenzimmer war geboren.

Und begann gleich darauf unmerklich zu sterben, ohne Leben zu entwickeln.
Ich (Lehrer) versuche nun -die Corona-Krise gibt mir die Gelegenheit dazu- die Hochbeete zu sanieren, damit jeder Interessierte, die Möglichkeit hat, Blumen auszusäen oder Gemüse zu pflanzen. Die Kinder helfen mir bei den Erdarbeiten mit Schaufeln und Schippen. Die Betreuer haben versprochen, als Dankeschön für die schwere Schaufelei während der nächsten Sommerferien für die nötige Bewässerung zu sorgen;) Aus Infektionsschutzgründen arbeite ich meist im Alleingang.

Die überschüssige Erde wurde in gebohrte Mörtelwannen verfrachtet und mit heimischen Gewächsen bepflanzt – aus meinem eigenen Kleingarten: z.B. Sommerflieder, Flieder, Forsythie, Heckenrose, Holunder und Brombeere als Gehölze, Stockrosen als Stauden. Diese gesellen sich zu vorhanden Bäumchen, zwei Apfelsorten, eine Zwergkirsche und ein Pflaumenbaum – der zur Zeit wunderschön blüht… Kinder pflanzen die Sträucher unter meiner Anleitung, Betreuer dürfen selbst entscheiden, was sie mit ihrem entstandenen upgecycelten Hochbeet anstellen wollen. 

Ich habe unseren Hausmeister davon überzeugt, dass der völlig verdorrte Rollrasen nicht mehr gemäht werden muss. Der Standort ist extrem, weil der Boden nicht tiefgründig und die Wasserversorgung schwierig ist! Ein Versorgung mit Regenwasser denkbar. Das Gießwasser wird noch immer zu Fuß aus dem Werkraum beschafft. Wir möchten einen Trockenrasen mit Wildblumen etablieren.

Warum der Standort für Insekten interessant ist? Artenvielfalt: Interessante Wildblumen wie wilde Stiefmütterchen, Wicken, Storchschnabel und Wilde Möhre haben sich von selbst eingestellt. Strukturen: Ein Erdhügel, von Bewuchs befreit. Totholz, der Hausmeister hat eine Robinie fällen müssen. Ein Insektenhotel wurde noch nicht von Bienen angenommen. Warum? Vielleicht fehlen noch Ziegelsteine?

Und es gibt eine Pergola, daran zwei Weinstöcke und ein Vogelhaus! Ich wünschte, ich könnte Werkbänke besorgen und auch ganze Schulklassen mit ins Grüne Klassenzimmer nehmen: Lernstrukturen schaffen.

Ich danke dem Förderverein, der dieses Projekt mit seinen Geldern erst ermöglicht hat.

Axel Seiler, Wiesbaden, 2.April

Autor: Herr Seiler

(Außer Konkurrenz) Der Schwarzblaue Ölkäfer: Das Insekt des Jahres 2020

(Außer Konkurrenz) Der Schwarzblaue Ölkäfer: Das Insekt des Jahres 2020

Mit seinem je nach Lichteinfall mal mehr schwarz oder blau schimmernden Panzer ist dieser kleine Krabbler ein echter Hingucker, doch gerade seine inneren Werte haben den Schwarzblauen Ölkäfer zu einem echten Star gemacht:

Das Reizgift Cantharidin im Körper der Käfer wird schon seit Jahrtausenden gegen eine Fülle von Krankheiten verwendet. Schon 1550 vor Christus wurde in einem altägyptischen Papyrus ein Rezept eines “Ölkäferpflasters” gefunden, welches unter Anderem wehenerzeugend wirken sollte.

Zerkleinerte Ölkäfer mit Honig gehörten damals zu den bekanntesten „Liebestränken“ zur Steigerung der sexuellen Potenz. Allerdings war das Mittelchen gefährlich: Ein einziger Käfer enthält eine tödliche Dosis Cantharidin für einen Erwachsenen!

Der Schwarzblaue Ölkäfer wird in Deutschland in der Roten Liste als gefährdet eingestuft. Ursachen der Bestandsabnahme sind Lebensraumverlust durch Straßenbau, Gifte, aber auch der Rückgang von bestimmten Wildbienenarten, die für die Entwicklung des Käfers benötigt werden.

Da damit die Entwicklung vom Ei zum ausgewachsenen Käfer sehr störungsanfällig ist, können schon kleine Veränderungen zu großen Ausfällen bei der Population führen.

Wenn Ihr also etwas für den Käfer tun möchtet,
tut was für die Wildbienen!

Jetzt Mitmachen!

Außer Konkurrenz: Die DEFLEX Azubis haben ein Insektenhaus XXL gebaut. Herzlichen Glückwunsch!

Bewusst hat sich das Team für die Bezeichnung „Insektenhaus“ entschieden, weil die oftmals verwendete Vokabel „Insektenhotel“ eher einen zeitlich befristeten Aufenthalt von Insekten impliziert. Das DEFLEX®-Insektenhaus ist jedoch eine dauerhafte Einrichtung für die sich ansiedelnden Insekten, das auf dem naturbelassenen Firmengelände der DEFLEX® platziert wurde.…

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